FANGIRL [Rainbow Rowell]


Hallo Finder meines Blogs,

Zur Zeit läuft das eine Rezi pro Woche ja ganz gut 😀 Dieses Buch konnte ich auch wirklich schnell beenden, hier erfahrt ihr warum:

FANGIRL

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von Rainbow Rowell
übersetzt von Brigitte Jakobeit
Originaltitel: Fangirl

480 Seiten
2017 im Hanser Verlag erschienen

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Zu meiner Rezension von Eleanor & Park
von Rainbow Rowell

HANDLUNG:

Die Highschool ist vorbei – das Leben fängt an!
Doch Cath scheint selbst noch gar nicht richtig bereit für das College, die neuen Leute und die Prüfungen zu sein. Viel lieber würde sie sich tagelang im Bett verkriechen und an ihrer Simon Snow Fanfiction schreiben. Simon Snow ist die erfolgreichste Jugendbuchreihe der Welt und Cath erreicht mit ihrer ganz eigenen Version der berühmten Geschichte tausende von Fans. Nicht gut, dass ihre Literaturprofessorin das ganze für literarischen Diebstahl hält, ihre Zwillingsschwester Wren sich auf Partys exzessiven Alkoholkonsum hingibt, ihr Vater sich in seiner Arbeit verrennt und ihre Mutter plötzlich nach Jahren wieder Kontakt will. Und kann die verschlossene Cath auch ihre College-Liebe finden?

MEINUNG:

Wie auch in „Eleanor & Park“, finde ich auch hier, dass der Schreibstil der Autorin sehr einfach und gut zu lesen ist. Ganz am Anfang fand ich es etwas seltsam geschrieben, aber nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran, dass es keine lange Beschreibungen gibt und hauptsächlich Dialoge verwendet werden. Das macht das gesamte Buch sehr schnell zu lesen.

Die Handlung dreht sich um die typischen Anforderungen des Colleges und Caths Liebe zu Simon Snow und ihrer Fanfiction. Persönlich hat mir die Idee sehr gut gefallen, weil ich früher auch manchmal Fanfiction gelesen habe und selber eigene Geschichten schreibe. Mit Cath konnte ich mich wirklich gut identifizieren. Wem die Idee gar nicht taugt, der sollte das Buch wohl eher nicht anfangen, es sei denn er ist offen und möchte mehr darüber lernen.

Das Erzähltempo bleibt eigentlich immer gleich, es gibt zwar traurige Momente, Hoch- und Tiefpunkte, aber insgesamt lässt sich das Buch immer gleich schnell und gut lesen – nur die sehr langen Auszüge aus Caths Fanfiction fand ich nicht so schön zu lesen. Simon Snow ist und bleibt für mich leider ein billiger Abklatsch von Harry Potter, weswegen ich auch Rowells neues Buch, dass die Geschichte von Simon Snow erzählt, nicht lesen werde.

Wer etwas mehr Action und Drama braucht, für den kann es hier auch schnell mal langweilig werden. Wer aber auf Liebesgeschichten steht, das Schreiben mag oder ganz entspannte Slice of Life und Coming of Age Geschichten liest, ist hier genau richtig. Caths Beziehungen zu ihrer Familie und ihren Freunden fand ich nämlich wirklich sehr gut und realistisch dargestellt. Das Ende fand ich etwas abrupt, aber ansonsten ist es ein schön geschriebener Roman – für mich das perfekte Buch für zwischendurch.

FAZIT:

Fangirl ist weder absolut dramatisch noch super spannend – es ist nicht für jeden etwas. Wer aber eine realistische, schöne und einfach und schnell zu lesende Geschichte zum entspannen sucht, dem könnte Fangirl durchaus gefallen.

–> 3/5 ❤

Hier findet ihr weitere Rezensionen zu Fangirl von:

Zwischen den Seiten, Lilians Bookshelf

Moana

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Blutroter Schnee – Das Lied von Eis und Feuer


Hallo Finder dieses Blogs! Heute gibt es eine Kurzgeschichte zu der Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“, auch bekannt als „Game of Thrones“. Alle die Besagtes nicht gesehen oder gelesen haben, können den Text trotzdem lesen –  Vorkenntnisse sind nicht wirklich erforderlich. Für alle die das Ende der fünften Staffel GOT oder „Ein Tanz mit Drachen“ noch nicht gesehen/gelesen haben, sollten dies erst danach lesen, da es sonst spoilert.

Blutroter Schnee

Rot, rot färbte sich der Schnee unter dir,
immer weiter, immer dunkler.
Weiße Flocken fallen vom Himmel und besetzten dein dunkles Haar. Deine leblosen Augen starren in den sternlosen Nachthimmel. Mit diesen Augen hast du mich gestern noch angeschaut. Und als ich dir den Dolch in den Magen rammte haben sie mich voller entsetzten und Überraschung angesehen. Du konntest es nicht glauben. Dass wir, deine Brüder, dich verraten. Das du von deinen eigenen Männern ermordet wirst. Du verstehst es noch immer nicht, oder?
Du denkst wir hätten dich hintergangen, doch der Verräter warst allein du. Du wolltest uns ins Verderben stürzen. Du hast dich mit unseren Feinden verbunden. Und so wurdest du zum Feind. Wir mussten etwas unternehmen, begreifst du es nicht? Du hättest uns in den Tod geführt.
Haha. Und wer ist jetzt der Tote?
DU!
Rot, rot, färbt sich der Schnee.
Irgendwo in der schwarzen Festung fängt ein Wolf an zu heulen. Ich erschrecke so sehr, dass ich den Dolch in meiner Hand fallen lasse. Ich blicke auf meine Hände die genauso rot sind wie der Schnee unter dir.
Haha. Blut. Es ist Blut. Dein Blut.
Meine Hände zittern. Das ist die Kälte, die Kälte. Ich schaue zu dir. Du schaust zurück.
Anklagend.
Hör auf. Ich war es nicht allein. Wir haben es alle so entschieden. Wir haben dich alle zusammen umgebracht, also hör auf mich so anzusehen. Du warst mein Bruder, mein Kommandant. Wir haben zusammen den Schwur geleistet, knieten zusammen neben den Werholzbaum, damals. Wir haben unsere Vergangenheit abgelegt und uns erhoben, als Brüder der Nachtwache. Gemeinsam.
Es tut mir leid! Es ist besser so, glaub mir. Du musstest sterben. Du wolltest es nicht anders.
Bruder, verzeih mir.
Rot, rot, färbt sich der Schnee.
Ich lasse mich zitternd auf die Knie fallen, neben deine kalte Leiche. Ich will etwas sagen, mich entschuldigen, doch keine Worte verlassen meinen Mund. Worte sind Wind, hast du mir einst gesagt. Also schließe ich die Augen um deinen Blick zu entfliehen, der mich durchbohrt.
Als ich sie wieder aufschlage liegst du noch immer dort.
Worte durchzucken meine Gedanken, Sätze, Begegnungen, Erinnerungen. Ich habe meinen eigenen Bruder ermordet. Mir wird übel. Was habe ich nur getan?
„Die Nacht sinkt herab und meine Wacht beginnt“, flüstere ich leise. Meine Stimme bricht fast. Ich weine beinahe. Meine Sicht verschwimmt und ich wische mir schnell über die Augen. Ich will dich klar sehen, dir in die Augen schauen. Ein letztes Mal.
„Ich bin das Schwert in der Dunkelheit“. Ich hebe meinen blutigen Dolch wieder auf und umklammere ihn fest. „Ich bin der Wächter auf der Mauer“. Ich lege meine freie Hand auf dein stilles Herz und blicke zu der schwarzen Festung auf. Dahinter erhebt sich die riesige Wand aus Eis und Frost. Ich atme tief ein und aus. Meine nächsten Worte klingen fest und stark.
„Ich bin das Feuer das gegen die Kälte brennt, das Licht das den Morgen bringt, das Horn, das die Schläfer weckt, der Schild, der die Reiche der Menschen schützt. Ich widme mein Leben und meine Ehre der Nachtwache, in dieser Nacht und in allen Nächten, die da noch kommen werden.“
Ich blicke von der Mauer wieder auf deinen toten Körper.
Rot, rot, färbt sich der Schnee unter dir.
„Ich werde meinen Eid niemals brechen. Für dich und die Wache. Auch für unsere Brüder, die toten, die lebenden und die zukünftigen.“
Ich gehe und hole eine Fackel. Das Feuer erhellt flackernd dein Gesicht. Ich wische dir mit meiner Hand den Schnee aus dem Gesicht. Dann setzte ich deine Kleidung in Brand. Erst zögerlich, dann immer gieriger lecken die Flammen an dir, bis das Feuer dich schließlich umhüllt hat.
Ich warte bis die Flammen dich verschlugen haben und werfe dann einen letzten Blick auf das was von dir übrig geblieben ist. Eine Träne rinnt meine Wange hinab.
Und jetzt ist seine Wache zu Ende.
———
So ich hoffe es hat euch gefallen. 🙂 Mich persönlich hat „Ein Tanz mit Drachen“ total geflasht und ich sehne mich bereits nach „Winds of Winter“.  Wenn ich dann daran denke wie lange die deutsche Übersetzung noch braucht wird mir ganz schwindelig. Geht es jemanden ähnlich?

Moana